Rassegeflügel Schweiz

Krankheiten

ILT wieder in der Schweiz 

Wieder einmal ist es soweit -die infektiöse Laryngotracheitis (ILT) kommt nach einer Europa-Schau in verschiedenen Regionen der Schweiz vor !

 

Die dem Bundesamt für Veterinärwesen in den letzen 10 Jahren gemeldeten Fälle von ILT zeigen anschaulich, dass diese Virusinfektion in regelmässigen Abständen zu Erkrankungen führt. Hauptsächlich betroffen sind Hobby-und Rassegeflügelhaltungen. Zahlreiche Geflügelausstellungen leisten ihren Beitrag zur Verbreitung dieser Geflügelvirose in schweizerischen Kleinbeständen – dies ist schon der vierte Anlass in den letzten 10 Jahren, wo die Krankheit nach Ausstellungsbesuch weiterverbreitet wurde! Jeder Geflügelhalter kann sich jedoch durch strikt eingehaltene Hygiene wirksam vor der ILT schützen. Dazu gehört auch, dass Aussteller und insbesondere begutachtende Richter auf gesunde Ausstellungstiere achten, und die Quarantäne nach der Ausstellung korrekt durchgeführt wird.

 

Voll empfänglich für das ILT-Virus sind Huhn, Fasan und Pfau, nicht aber die Taube. Das Virus wird vor allem mit Nasen-und Luftröhrenschleim erkrankter Tiere ausgeschieden. Eine Übertragung des Virus im Brutei ist nicht bekannt. Die Verschleppung erfolgt hautsächlich von Tier zu Tier. Das Virus weist eine geringe Widerstandsfähigkeit in der Aussenwelt auf, da es durch Sonnenlicht schnell inaktiviert wird. Seine Empfindlichkeit gegen höhere Temperaturen, d.h. schon im Bereich von 37 -55oC (44 Stunden resp. 10-15 Minuten), erleichtert in der Praxis die Bekämpfung. Zahlreiche handelsübliche Desinfektionsmittel inaktivieren das Virus der ILT wirksam.

 

Eine für die Erregerübertragung wichtige Tatsache ist die Erregerlatenz rekonvaleszenter oder geimpfter Tiere, die bewirkt, dass nach durchgemachter Infektion bis zu 50 % der Tiere 16 Monate lang gesunde Träger und Ausscheider des Virus sein können. In der Regel führen Stressfaktoren wie Umstallung, Legebeginn und Transport zur erneuten Virusausscheidung. Die Zeit bis zum Ausbruch der Krankheit (Inkubation) beträgt 2 bis 12 Tage. In akuten Fällen treten Gesichtsschwellungen, Nasenausfluss, Niessen, Atemnot, blutiger Auswurf und bei Legehennen ein Rückgang der Legeleistung auf, in subakuten Fällen wird generell ein milderer Verlauf mit ähnlicher Symptomatik festgestellt. Die Erkrankungsrate in einer infizierten Herde beträgt 90 bis 100 %, die Sterblichkeit liegt in der Regel bei 10 bis 20 %. Folgende ähnliche verlaufende Krankheiten müssen ausgeschlossen werden: bei gleichzeitigem Auftreten von anderen klinischen Symptomen (zentralnervöse Störungen, Durchfall) vor allem Newcastle Krankheit (atypische Geflügelpest), bei alleinigem Vorliegen von Atemstörungen infektiöse Bronchitis (Virus), Mykoplasmose (Bakterium) und Coryza (Bakterium).

 

Die Diagnose ILT hat in der Schweiz die Sperrung des Betriebes (einfache Sperre 1. Grades) bis zur Tilgung der Herde oder bis zum Nachweis der Virusfreiheit zur Folge.

 

Bedenken Sie insbesondere:

  • Mit jedem Besuch einer Geflügelausstellung im Ausland und vor allem, wenn Tiere „schwarz“ importiert werden, kann diese Geflügelseuche wieder neu in die Schweiz eingeschleppt werden!
  • Kranke und verdächtige Tiere sollen nicht an Ausstellungen zugelassen werden!
  • Führen Sie nach Ausstellungen eine mindestens 3wöchige Quarantäne ihrer Tiere durch – am besten an einem Ort, wo kein Kontakt mit dem eigenen Bestand besteht, und lassen Sie Erkrankungen abklären. Neben der Sektion von verendeten oder sichtbar kranken Tieren haben Sie die Möglichkeit, den ILT-Status einer Herde nach Krankheitsausbruch durch eine Untersuchung von Rachentupfern zu prüfen. Bei Besuch von internationalen Ausstellungen ist es zudem empfehlenswert, bei während der Quarantäne erkrankten Tieren den Rachentupfer zusätzlich auf Newcastle Krankheit und Vogelgrippe zu untersuchen.
  • nd noch ein Tipp für Ausstellungsorganisatoren: die serologische Untersuchung auf ILT kann 3 Wochen vor der Ausstellung durchgeführt werden und garantiert, sofern nur seronegative Tiere zugelassen werden, eine reibungslose Ausstellung ohne akute ILT-Ausbrüche.

 

 

Prof. Dr. med. vet. R. Hoop
Institut für Veterinärbakteriologie
Abteilung für Geflügelkrankheiten
Winterthurerstr. 270
8057 Zürich
el. 044/635 86 31


ILT

Impfstoffe (und Medikamente) beim Rassegeflügel 

Vortrag von Karin Kreyenbühl, anlässlich der Züchter- und Obmännertagung 2011 in Zollikofen

Impfungen

Schwarzkopfkrankheit: Vorbeugung & Massnahmen 

Vortrag von Karin Kreyenbühl, anlässlich der Züchter- und Obmännertagung 2011 in Zollikofen

Schwrzkopfkrankheit

Vogelgrippe - Tipps des BVET 

Bundesamt für Veterinärwesen Bvet: Vogelgrippe - Schweizer Geflügelhaltende spielen zentrale Rolle bei der Vorbeugung

Tipps des BVET