Rassegeflügel Schweiz

Fütterung

Geflügelfütterung 

Allgemeines
Die Gehaltswerte des Geflügelfutters basieren auf wissenschaftlich abgesicherten Bedarfswerten. Das Ziel einer bedarfsgerechten Ernährung ist es, dem Tier sämtliche Nähr- und Wirkstoffe zur Verfügung zu stellen, die es für einen guten Gesundheitszustand benötigt. Anatomisch bedingt, stellt das Geflügel hohe Anforderungen an sein Futter. Zur Zerkleinerung von grösseren Futterbestandteilen im Muskelmagen nimmt das Geflügel Quarzsteinchen auf, welche zusätzlich angeboten werden müssen.
 
Geflügel-Aufzuchtfutter
Wenn Küken schlüpfen, sind sie bereits mit einem Nahrungsvorrat für die ersten Lebensstunden ausgestattet. Wichtig ist jedoch, dass die Küken möglichst kurz nach dem Schlupf mit frischem Trinkwasser und Quarzsand versorgt werden. In der Regel werden die Küken bis zur achten Lebenswoche mit einem Küken-Alleinfutter und danach bis zur Geschlechtsreife mit einem Junghennen-Alleinfutter versorgt.

Die Geschlechtsreife der Tiere ist einerseits vom Alter und anderseits vom Körpergewicht abhängig. Während das Alter stärker genetisch fixiert ist, ist das Körpergewicht durch Nahrungsaufnahme und Fressdauer (Tageslänge) wesentlich beeinflussbar. Durch ein gezieltes Verzögern des Wachstumsverlaufes der Jungtiere soll ein gleichmässiges Heranreifen der Tiere bewirkt werden. Tiere, deren geschlechtliche Entwicklung nicht zu früh erfolgt, haben meist weniger Probleme im Körperbau (Skelettverkrümmungen, Legedarmvorfall usw. 

Körnerfutter (Getreidekörnermischung) enthalten einen hohen Anteil an Energiestoffen (Kohlenhydrate , sind relativ bescheiden an Aufbaustoffen (Proteine) und kann allein die Ernährungsbedürfnisse des Geflügels nicht vollständig erfüllen.

Körnerfutter gibt es in den verschiedensten Zusammensetzungen
Bildquelle: www.gefluegelfutter.nl 

Kraftfutter. Freilaufendes Geflügel kann möglicherweise etwas ergänzende Nahrung im Grünauslauf finden und ist auf ein ergänzendes Kraftfutter angewiesen. Um die Tiere nicht mit Energiestoffen einseitig zu versorgen, sollten die Mengen angemessen rationiert werden. Die Tiere versorgen sich bis zur Sättigung mit einem zur freien Verfügung stehenden Kraftfutter, das die ausgewogene Ernährung sichert. Die im Fachhandel erhältlichen Geflügelfutter werden als Mehl, Würfel, Granulat oder als Kombifutter angeboten und weisen eine Trockensubstanz von etwa 88 bis 90 % auf. Die deklarierten Gehaltsangaben beziehen sich meist auf die lufttrockene Substanz. (TS)

Pellets enthalten alle wichtigen Nährstoffe für unser Geflügel
Bildquelle: www.gefluegelfutter.nl

Wasser
Von grosser Bedeutung in der Geflügelernährung ist auch die Wasserversorgung. Wassermangel führt beim Geflügel schon nach kurzer Zeit zu gesundheitlichen Störungen. Die Deckung des Wasserbedarfs erfolgt hauptsächlich durch die Trinkwasseraufnahme.

Der Fachhandel bietet eine Vielzahl von Geflügeltränken an
Bildquelle: www.bruja.de

Futterhygiene
Geflügelfutter sind hochwertig und demzufolge nur beschränkt haltbar. Bei trockener und kühler Lagerung kann Geflügelfutter während 2 bis 3 Monaten ohne wesentliche Qualitätsminderung gelagert werden. Lagerort, Futterbehälter und Futtergeräte müssen ständig hinsichtlich Futterschädlingen kontrolliert und periodisch gründlich gereinigt und desinfiziert werden.

Kleinnager, Kornmotten, Mehlmilben usw. verunreinigen mit ihren Ausscheidungen das Futter und machen es für das Geflügel ungeniessbar. Unzweckmässig eingestellte Futtergeräte sowie unsachgemässe Fütterungstechnik führt zu Futterverlusten. Das in die Einstreu gelangende Futter verschimmelt rasch und kann in diesem Zustand gesundheitsschädigend für das Geflügel sein.

Grünfutter
Die Versorgung der Tiere mit Grünfutter im Stall oder noch besser im Freigehege kann die Gesundheit sehr günstig beeinflussen. Speziell junges Gras und Grünzeug ist reich an pflanzlichem Eiweiss, Mineralstoffen, Vitaminen und Wirkstoffen und ist kaum vollständig durch andere Futtermittel ersetzbar. Vor allem sind die jungen Fruchtstengel, Blätter sowie Samen besonders reich an wertvollen Nährstoffen. Durch Selbstanbau eines Teiles des benötigten Grünfutters und durch Verwendung von geeigneten Haushaltabfällen lassen sich die Futterkosten senken. Wer Gelegenheit hat, junge Brennesseln zu sammeln, kann diese trocknen und hat im Winter ein wertvolles Grünmehl zum Beimengen in das Kraftfutter. Karotten, Rüben, Markstamm- sowie Grünkohl sind wertvolle Beifutter für den Herbst und Winter; es wird gebündelt im Stall aufgehängt. Eine kräftige Dotterfarbe, vitale Zuchtbestände und kräftige Frühbruten lassen sich damit erzielen.

 Ein grüner Auslauf sorgt für Bewegung und viel frisches Futter
Bildquelle: www.huehnerhof.net

Eine gut bewachsene und gepflegte Grünfläche in ausreichender Grösse vermag während der Vegetationszeit über 10 % des Nahrungsbedarfes decken. Zudem bietet der Freilauf dem Geflügel zusätzliche Bewegungsmöglichkeiten. Allerdings ist immer dafür zu sorgen, dass im Grünauslauf infolge Übernutzung keine kahlen und verkoteten Stellen entstehen.

  
·         Der Schweizerischer Rassegeflügelzuchtverband  unterhält mit der Haefliger AG, Mühlenwerke, in Herzogenbuchsee BE, ein Vertragsverhältnis zur Förderung eines für die Rassegeflügelzucht fortschrittlichen Verbandsfutters durch das bewährte melior-Geflügelfutterprogramm.
 
·         Der Schweizerischer Rassegeflügelzuchtverband  bietet fachlich interessante Grund- und Geflügelzüchterkurse sowie in den Sektionen Fachreferate an.
 
·         Haben Sie Interesse?
 
Der Präsident der Ausbildungskommission gibt gerne Auskunft!
 
Walter Gloor
Hauptstrasse 7
4554 Hüniken
Tel. 032 614 26 88

 

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